Es ist mal wieder an der Zeit, den leeren Raum mit ein paar Zeilen zu füllen. Mein letzter Post liegt inzwischen acht Tage zurück und einige Umstände haben bisher verhindert, dass ich eher zum bloggen kam. Aber immerhin habe ich mittlerweile ein paar Ergebnisse und bin froh, dass es nun eine vorläufige Diagnose mitsamt einem dazugehörigen Plan für die nächsten Wochen gibt.
So liegt inzwischen z.B. das Ergebnis der Nuklearmedizin vor. Laut Aussage der Stationsärztin ist das IBZM-Spect vom Freitag "unauffällig", deutet also nicht auf eine Erkrankung der Basalganglien (wie bspw. eine Multisystematrophie) hin. Auch die Untersuchung auf dem Kipptisch hat keine Hinweise in diese Richtung erbracht. Sehr zu kämpfen hatte ich allerdings mit den Nachwirkungen des L-Dopa-Tests, der auf den Montag verschoben worden war.
Zunächst lief alles gut. Ich habe brav die Tabletten geschluckt und ca. 20 bis 30 Minuten nach jeder Tabletteneinnahme so gut es ging die zu absolvierenden Test-Aufgaben absolviert. Aber irgendwann fing es an. Ein unangenehmes, dumpf-drückendes Gefühl in der Magengrube signalisierte mir, dass es keine schlechte Idee wäre, mir spätestens jetzt den Mülleimer in meine Nähe zu holen. Keine 5 Minuten später war ich gezwungen, den Zweck des Eimers zu missbrauchen und ließ mir Teile meines Mittagessens noch einmal durch den Kopf gehen. Da an eine weitere Tablettengabe nicht zu denken war, beendete die Ärztin den Test an dieser Stelle. Später kam sie noch einmal in mein Zimmer und teilte mir das Resultat mit. Meine Beschwerden hätten sich nicht so signifikant verbessert, als dass man von einem positiven Testergebnis sprechen könne.
Die folgenden 36 Stunden hätte ich am liebsten einfach nur verschlafen. Ich kann mich nicht erinnern, ob mir vorher jemals so schwindlig gewesen ist. Die ersten Stunden habe ich gar nicht erst probiert, aus dem Bett aufzustehen. Gegen Abend habe ich mich dann getraut, kurz zur Toilette zu gehen oder eben das Fenster zu schließen. Und Dienstagfrüh habe ich zumindest eine Semmel essen können. Obwohl mir überhaupt nicht nach essen war. Aber von irgendetwas muss der Köper schließlich zehren. Insgesamt bin ich anderthalb Tage flach gelegen und muss sagen, dass ich mit einer so heftigen Reaktion nicht gerechnet hätte!
Soweit ich weiß, sind nun alle größeren Untersuchungen abgeschlossen, die im Voraus geplant worden waren. Am Mittwoch war ich wie angekündigt nochmals in der Neurourologie zu Gast und habe die urodynamische Messung hinter mich gebracht. Zunächst mal war ich allerdings ein paar Minuten zu spät, weil die Schwester auf meiner Station auf dem Transportschein für das Taxi die falsche Zielklinik angekreuzt hatte. Auf Geheiß des Taxifahrers bin ich nochmal nach oben auf meine Station gefahren und habe einen neuen Transportschein besorgt. War aber nicht tragisch, weil der Messplatz in der Urologie eh noch belegt war. Also habe ich ein Weilchen gewartet und mir so meine Gedanken gemacht. Als ich an der Reihe war erklärte mir ein Krankenpfleger, wie die Untersuchung ablaufen und wann er welche Drücke prüfen und messen würde. Nachdem ich den Aufklärungsbogen unterschrieben hatte, durfte ich schließlich auf die Liege steigen und mich auf den Rücken legen. Kurz darauf war es soweit. Das Einführen des dünnen Katheters durch die Harnröhre bis in die Harnblase hinein war nicht gerade besonders angenehm, aber es dauerte zum Glück nicht lange. Darüber hinaus habe ich mich sehr gut mit dem Pfleger unterhalten und war somit etwas abgelenkt. Die Messungen an sich waren absolut kein Problem. Bei 313 ml signalisierte meine Blase erstmals einen dezenten Harndrang. Da die restlichen Werte allesamt in Ordnung waren und auch der Nieren-Ultraschall keinen Hinweis auf einen möglichen Reflux lieferte, konnte ich die Klinik einige Zeit später verlassen. Oder wie der Urologe zu sagen pflegt: Ich habe mich verpisst.
So eine Urodynamik ist sicher nicht besonders angenehm. Und irgendwo hebt man sich das Beste doch immer bis zum Schluss auf. Aber letzten Endes habe ich versucht, nicht zuviel darüber nachzudenken. Immerhin weiß ich jetzt, dass mit meinen Nieren soweit alles in Ordnung ist und im Moment kein Handlungsbedarf besteht. Zumindest nicht aus urologischer Sicht.
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