Mit meinen Therapeuten und deren Anwendungen bin ich soweit eigentlich recht zufrieden. Allerdings gibt es auch Einheiten, deren Anforderunsgrad gerne noch ein wenig höher sein dürfte. Dazu zählt unter anderem eine Therapie, von der ich mir am meisten versprochen
hatte: die Physiotherapie.
Wenn ich an meinen
Krankenhausaufenthalt in Heidelberg zurückdenke, gerate ich noch
immer ins Schwärmen von der großartigen Physiotherapie, die ich
dort erhalten habe. Mein dortiger Therapeut hat wirklich einen super
Job gemacht und ich habe sehr von seiner Erfahrung und seinem Wissen
profitiert. Die Einheiten, die ich bei ihm absolviert habe, haben mir
jedesmal gezeigt, was für junge Parkinson-Patienten wie mich wichtig
ist. Das sind erstens große, weite Bewegungen mit den Armen und dem
Oberkörper sowie eine aufrechte Körperhaltung. Zweitens kommen
geeignete Übungen für die Motorik und die Koordination der
Beine hinzu und drittens sollten ein paar kräftigende und dehnende Elemente nicht fehlen. Zu seinem sehr guten Programm kam hinzu, dass er fast täglich
bei mir im Zimmer stand und gefragt hat, ob ich Zeit und Lust habe,
er hätte gerade Zeit für mich. Und wenn ich später zurück auf
mein Zimmer gelaufen bin konnte ich deutlich nachspüren,
dass der gute Mann mich ordentlich aus meinen Fischgräten gestoßen
hat.
Hier in Konstanz ist mein Programm bisher deutlich weniger anstrengend. Bei meiner Physiotherapeutin absolviere ich Übungen, die mich körperlich nicht wirklich besonders beanspruchen. Das setze ich für eine gute Physiotherapieeinheit zwar nicht unbedingt voraus. Aber ein wenig intensiver und fordernder dürften die Einheiten gerne sein. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Meine Therapeutin ist der Meinung, ich müsse mir ein intensives Sport-Programm in meiner Freizeit selbst organisieren. Ich hingegen denke, dass man mit einer guten Therapie schon einiges abdecken könnte. Gott sei Dank habe ich zwei Mitstreiter gefunden, mit denen ich abends ab und an noch ein wenig um die Tischtennisplatte in der Sporthalle herumspringen kann.
Was mir auch nicht ganz gefallen hat
ist die Tatsache, dass ich darum bitten
musste, am Nordic Walking und an der Tischtennis-Gruppe teilnehmen zu
können. Diese beiden Angebote hätten für jemanden wie mich, der in seiner
Bewegung verlangsamt und verarmt, aber durchaus körperlich belastbar ist, vom ersten Tag an eingeplant werden können.
Auch an zwei Dingen, die hier im Haus
Standard zu sein scheinen, störe ich mich ein wenig. Das eine ist,
dass ich meine Stationsärztin recht selten zu Gesicht bekomme. Am Tag
meiner Anreise war ich zu einer ersten ärztlichen Untersuchung bei
ihr und habe sie anschließend noch einmal bei der Visite
gesehen, die einmal in der Woche stattfindet. Für mich ist das
deshalb nicht ganz unwichtig, weil ich laut des ärztlichen
Abschlussberichts der Uniklinik Heidelberg die Dosis meiner Tabletten
eigentlich regelmäßig steigern soll. Das habe ich
auch dem ärztlichen Leiter der Neurorehabilitation mitgeteilt, der
mich am dritten Tag meines Aufenthaltes zum Eingangsgespräch gebeten
hatte. Für morgen ist in meinem Plan die nächste
Visite eingetragen.
Das andere ist etwas, das ich zwar für
mich behalten werde, was mir bei meiner Anreise aber trotzdem negativ
aufgefallen ist. In meinem Bad lagen nämlich ausreichend Handtücher
bereit, ein Stück Seife habe ich aber vergeblich gesucht. Ein
Flüssigseifen-Spender war somit das erste, was ich bei meinem ersten Einkauf in der Stadt
besorgt habe.
Am Sonntagnachmittag habe ich meine Stationsärztin auf dem Gang getroffen und mich kurz mit ihr unterhalten. Ich habe ihr gesagt, dass nach meinem jetzigen Eindruck mein Aufenthalt hier im Haus nach der vierten Woche zu Ende sein wird und ich auf eine mögliche Verlängerung verzichte. Ich habe ihr aber auch gesagt, dass ich gerne noch einmal über diese Entscheidung nachdenke, wenn man eine fünfte Woche für mich einplant, die mich vom Programm her überzeugt. Immerhin hat sie mir versichert, sie würde schauen, was sie für mich tun kann. Man darf gespannt sein!
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